NLB: Nervenkitzel statt Eiersuche

Am Ostermontag empfingen die Tigers zu Hause im Lachenstadion die Argovia Pirates. Bei angenehmen äusseren Bedingungen und vor zahlreichen Zuschauern lief es lange gut für die Gastgeber. Doch die Pirates waren mental sehr stark, haben sich zurückgekämpft und so für Spannung bis zur letzten Sekunde gesorgt. Es war definitiv kein Spiel für schwache Nerven.

Die Tigers starteten mit Ballbesitz in die Partie. Nach einigen erfolgreichen Spielzügen wurde der Thuner Quarterback allerdings mit grossem Raumverlust gesackt. Schliesslich musste das Angriffsrecht punktelos an die Gäste aus dem Aargau abgetreten werden. Doch die Defense der Oberländer spielte stark auf, so dass die Pirates nach wenigen Spielzügen bereits punten mussten. Jetzt war auch die Offense definitiv im Spiel angekommen und punktete nur zwei Spielzüge später mit einem langen Pass auf Adrian Jüsy (TT 7:0 AP; PAT good). Nach einem hervorragenden Kickoff an die 1-Yard-Linie der Pirates standen diese mit dem Rücken zur Wand. Beim ersten Pass stand Rolf Zybach richtig, konnte den Ball abfangen und gleich zum Touchdown in die Endzone tragen (TT 14:00 AP; PAT good). Auch im darauffolgenden Drive hatten die Gäste noch kein Mittel gegen die Oberländer Defense gefunden und waren wiederum zu einem Punt gezwungen. Die Tigers ihrerseits marschierten über das Feld und schlossen die Angriffsserie mit einem Touchdown-Pass von Nicolas Leibundgut auf Tobias Liechti ab (TT 20:00 AP; PAT no good). Nach dem ersten Seitenwechsel fumbelten die Aargauer, so dass die Tigers mit sehr guter Feldposition in Ballbesitz kamen. Leider konnten sie daraus kein Kapital schlagen und gaben das Angriffsrecht postwenden wieder ab. Doch auch die Pirates sahen sich, ohne ein First-Down erzielt zu haben, wieder zu einem Punt gezwungen. Bei der Tigers Offense war zu diesem Zeitpunkt schon etwas der Wurm drin. Beim Punt der Thuner unterlief den Pirates allerdings ein Fehler und so kamen die Tigers kurz vor der gegnerischen Endzone erneut in Ballbesitz. Diesmal war man kaltblütig genug um den vermeintlich vorentscheidenden Touchdown zu erzielen. Es war Jan Harisberger, welcher aus kurzer Distanz mit einem Run punktete (TT 26:00 AP; PAT no good). Wer allerdings glaubte, dass sich die Pirates im Angesicht dieses grossen Rückstandes bereits geschlagen geben, wurde eines Besseren belehrt. Noch vor der Halbzeit konnten sie die Tigers-Defense ein erstes Mal aushebeln und mit einem Touchdown-Pass verkürzen (TT 26:07 AP; PAT good). Mit diesem Punktestand ging es in die Pause.

Das dritte Viertel gehörte voll und ganz den Gästen. Die Tigers-Offense konnte kaum zwei gute Spielzüge in Folge auf den Rasen bringen. Überdies machte sie den Pirates mit einer Interception und drei Fumbles diverse Male grosse Geschenke, welche die Aargauer dankend annahmen. Der einzige Lichtblick war ein Touchdown-Run von Mikel Brabec zum zwischenzeitlichen 32:13. Die Defense der Oberländer konnte aber angesichts der immer wieder schlechten Feldposition kaum etwas gegen den Sturmlauf der Gäste ausrichten. So stand es nach dem letzten Seitenwechsel auf einmal 32:26 für die Tigers und es brauchte nun endlich eine Reaktion, um die drohende Niederlage noch abwenden zu können. Doch nach einer weiteren Interception setzten die Pirates ihre Serie fort und gingen mit einem weiteren Touchdown-Run erstmals in dieser Partie in Führung (TT 32:33 AP; PAT good). Das war nun augenscheinlich der lange ersehnte Weckruf für die Thuner Offense. Mit kontrollierten und fehlerlosen Spielzügen marschierten die Tigers über das Feld und schlossen den Drive mit einem weiteren Touchdown-Pass auf Adrian Jüsy ab (TT 38:33 AP; 2-Point no good). Leider gelang es allerdings nicht, zusätzlich auch noch genügend Zeit von der Uhr zu nehmen, um den Sack definitiv zuzumachen. Mit etwas weniger als zwei Minuten und zwei verbleibenden Timeouts setzten die Pirates nochmals zum Angriff an. Doch nun hatte die Defense alles im Griff und schliesslich war es Dario Stucki, welcher einen Pass des gegnerischen Quarterbacks abfangen konnte und damit den Tigers definitiv den Sieg sicherte.

Die Pirates haben mit ihrem Comeback sicherlich unterstrichen, dass sie zu den grossen Anwärtern auf den NLB Titel gehören. Für die Tigers hingegen war die Partie eine Lehrstunde darin, wie man es nicht machen soll. Aber schliesslich hat sich zum Glück alles zum Guten gewendet und die Thuner sind auch nach dem zweiten Spiel ungeschlagen an der Tabellenspitze. Nun gilt es aus den gemachten Fehlern zu lernen und am 22. April, wenn die LUCAF Owls zu Gast im Lachenstadion sind, wieder vier Viertel konzentriert Football zu spielen. Ein grosses Danke geht an dieser Stelle an die zahlreichen Fans und Junioren-Spieler, welche die Tigers bis zum Schluss lautstark unterstützt und mitgefiebert haben. Wir freuen uns auf weitere spannende Spiele mit euch. GO Tigers!

Bericht von Mathias Krebs
Foto von Hanspeter Romang

 

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